Why a horse should never stand longer than 4 hours without forage

Warum ein Pferd nie länger als 4 Stunden ohne Raufutter stehen sollte

Du hast wahrscheinlich schon die Regel gehört: Ein Pferd sollte nie länger als vier Stunden am Stück ohne Raufutter sein. In dieser Folge erklärt Maartje, woher diese Regel stammt.

Kurze Antwort

Ein Pferd produziert ständig Magensäure, auch wenn es nicht frisst. Raufutter regt das Kauen an, beim Kauen entsteht Speichel, und dieser hilft zusammen mit dem Raufutter selbst, die Säure zu puffern. Steht ein Pferd zu lange ohne Raufutter, bleibt die Säure in einem leeren Magen zurück. Dadurch steigt das Risiko für Magengeschwüre.

Worauf ist das Verdauungssystem des Pferdes ausgelegt?

Kontinuierliche Aufnahme von faserreichem Futter. In natürlicher Umgebung verbringen Pferde bis zu achtzehn Stunden am Tag mit Fressen. In vielen Fällen leben unsere Pferde ganz anders - doch ihre Verdauungssysteme haben sich dadurch nicht verändert.

Auch ein Pferd im Stall muss also genug Raufutter fressen können, ohne lange Pausen dazwischen.

Was passiert in einem leeren Magen?

Magensäure wird ständig produziert, unabhängig davon, ob das Pferd frisst oder nicht. Bei einem grasenden Pferd wird die Säure laufend durch Speichel und faserreichen Mageninhalt verdünnt und gepuffert. In einem leeren Magen geschieht beides nicht.

Eines der Probleme, die dadurch entstehen können, ist ein Magengeschwür. Die internationale Konsenserklärung des European College of Equine Internal Medicine nennt ausdrücklich eine eingeschränkte Verfügbarkeit von Raufutter und lange Fresspausen als Risikofaktoren.

Warum solltest du nicht mit leerem Magen trainieren?

Beim Training drückt der Bauchdruck den Mageninhalt nach oben. Dabei kann Magensäure auf den oberen, weniger geschützten Teil der Magenschleimhaut spritzen.

Raufutter hilft auf zwei Arten:

  • Beim Kauen entsteht Speichel. Speichel hilft, die Magensäure zu neutralisieren.
  • Das Raufutter selbst bildet eine Schicht im Magen, die verhindert, dass Säure nach oben spritzt.

Füttere dein Pferd also vor dem Training mit einer kleinen Menge Raufutter. Zum Beispiel während du es putzt und sattelst - das ist ohnehin der praktischste Zeitpunkt.

Was können Sie in der Praxis tun?

  1. Verteilen Sie das Raufutter über den Tag. Vier Fütterungen sind besser als zwei.
  2. Verwenden Sie einen Slowfeeder oder ein Heunetz mit kleinen Öffnungen. So braucht Ihr Pferd für die gleiche Menge länger, und es entstehen weniger lange Fresspausen.
  3. Trainieren Sie nie mit leerem Magen. Geben Sie Ihrem Pferd eine Handvoll Raufutter oder eine Raufuttermischung, während Sie sich fertig machen.
  4. Achten Sie auf die Nacht. Sie ist im 24-Stunden-Zyklus meist die längste Fresspause.

Eine gut geplante Raufutterration ist entscheidend für ein gesundes Verdauungssystem. Die meisten dieser Änderungen kosten überhaupt nichts - es geht um den richtigen Zeitpunkt, nicht um die Menge.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange kann ein Pferd ohne Raufutter auskommen? Als Faustregel gilt: nicht länger als vier Stunden am Stück. Kürzere Pausen sind besser, auch über Nacht.

Hilft ein Slowfeeder wirklich? Ein Heunetz oder Slowfeeder mit kleinen Öffnungen verlängert die Fresszeit bei gleicher Raufuttermenge. Genau darum geht es: nicht mehr zu füttern, sondern das Pferd länger zu beschäftigen.

Wie viel Raufutter sollte man vor dem Reiten füttern? Schon eine kleine Menge ist sinnvoll - geben Sie Ihrem Pferd beispielsweise eine Handvoll bis zu einem halben Kilo Raufutter, während Sie sich fertig machen. Ziel ist ein nicht leerer Magen, keine volle Mahlzeit.

Könnte mein Pferd Magengeschwüre haben, ohne dass ich es bemerke? Ja. Magengeschwüre verursachen oft unspezifische Anzeichen. Nur eine Gastroskopie schafft Gewissheit. Wenden Sie sich im Zweifelsfall an Ihren Tierarzt.

Quellen

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