Dünnflüssigen Mist beheben: Ursachen und Lösungen
Eine der häufigsten Ursachen für weichen Kot ist eine gestörte Darmflora. Hat Ihr Pferd schon länger als zwei Monate weichen Kot, obwohl eine Kotprobe ergeben hat, dass es nicht mit Würmern infiziert ist?
Wie funktioniert der Pferdedarm genau?
Im Blinddarm und Dickdarm lebt eine große und vielfältige Population von Mikroorganismen. Diese Bakterien leben in Symbiose mit dem Pferd und helfen dabei, schwer verdauliche Bestandteile der Ration wie Rohfaser und Zellulose abzubauen. Die Mikroorganismen bauen das Futter so ab, dass das Pferd deutlich mehr daraus herausholt.
Die Rohfaser wird von Bakterien in flüchtige Fettsäuren wie Essig-, Butter- und Propionsäure umgewandelt. Diese Fettsäuren werden durch die Darmwand ins Blut aufgenommen und können gespeichert oder direkt als Energiequelle genutzt werden. Die Mikroorganismen können nur in einem Milieu mit neutralem Säuregrad (pH 6-7) überleben und ihre Arbeit verrichten.
Damit die Nährstoffe ausreichend aufgenommen werden können, ist der Darm nicht nur lang, sondern hat auch eine sehr effizient gefaltete Wand. Die Darmwand besteht aus einer einzigen Schicht Epithelzellen, hinter der sich ein ausgedehntes Netzwerk von Immunzellen befindet. Durch diese dünne Wand können Nährstoffe leicht in den Körper aufgenommen werden. Die Immunzellen verhindern, dass Mikroorganismen aus dem Darm ins Blut gelangen.
Die Wand des Dünndarms ist mit Darmzotten bedeckt. Um die Oberfläche zu vergrößern, sind die Zotten mit Mikrovilli ausgestattet. Bei Pferden mit weichem Kot und kolikartigen Symptomen kann dieser Erneuerungszyklus gestört sein.
Folgende Ursachen kommen infrage:
- Medikamenteneinnahme, zum Beispiel Antibiotika
- Schwankungen in der Ration
- Große Mengen Stärke in der Ration
- Wurmbefall
- Dehydrierung
- Extreme körperliche Anstrengung
Die Ursache von weichem Kot
Bei schwankenden Rationen verändert sich die Mikroorganismenpopulation, und Bakterien im Darm sterben ab und setzen Giftstoffe frei. Bei einem hohen Stärkegehalt vermehrt sich die normalerweise begrenzte Population milchsäurebildender Bakterien stark, und es wird viel Milchsäure produziert. Milchsäure wird von der Darmwand schlecht aufgenommen und verbleibt im Darm. Dadurch wird dem Kot kaum Wasser entzogen und es entsteht sogenannter osmotischer Durchfall. Der durch die Ansammlung von Milchsäure verursachte pH-Abfall kann unter anderem Koliken auslösen. Außerdem wirkt er sich negativ auf die Bakterien aus, die Zellulose abbauen.
Der negative Einfluss von Antibiotika
Antibiotika wirken nicht nur gegen Krankheitserreger, sondern beeinflussen auch viele nützliche Bakterien in der Darmflora. Dadurch entsteht Raum für die Vermehrung krankheitserregender Bakterien, was häufig direkt zu wässrigem Durchfall führt. Der Zustand der Schleimschicht im Darm hängt von vielen Faktoren ab. Buttersäure, eine von der Darmflora produzierte flüchtige Fettsäure, unterstützt die Schleimproduktion.
Wie wird eine normale Darmfunktion unterstützt?
Fünf Tipps zur Unterstützung einer gesunden Darmflora:
- Füttern Sie mindestens 1 bis 1,5 kg Trockenmasse (Raufutter) pro 100 kg Körpergewicht und verteilen Sie diese auf mindestens vier Fütterungen pro Tag.
- Verwenden Sie einen Slowfeeder, um Raufutter anzubieten.
- Vermeiden oder reduzieren Sie Stresssituationen.
- Wählen Sie ein Kraftfutter mit hohem Fasergehalt, zum Beispiel Hartog Balance. Noch besser: Mischen Sie Ihr Kraftfutter mit einer Raufuttermischung wie Hartog Lucerne Mix, Hartog Lucerne Plus oder Hartog Digest.
- Unterstützen Sie das Verdauungssystem mit Hartog Digest, einer Raufuttermischung mit funktionellen Inhaltsstoffen für Magen und Darm.
Hält der dünne Kot an? Ziehen Sie immer Ihren Tierarzt zu Rate.