Viele Pferde in Deutschland kämpfen mit Übergewicht und ein zu dickes Pferd fühlt sich meist nicht wohl in seiner Haut. Das merkt man oft nicht nur im Training, sondern auch am Verhalten und an der allgemeinen Gesundheit des Pferdes. Die Ursachen können vielfältig sein, doch in den meisten Fällen spielt die Fütterung eine entscheidende Rolle. Deshalb ist es wichtig, bei einem übergewichtigen Pferd sowohl den Futterplan als auch das Maß an Bewegung genau zu überprüfen.
Ein dickes Pferd wieder schlank bekommen
Klingt einfach – ist es aber oft nicht: Ein Pferd zurück auf ein gesundes Gewicht zu bringen, erfordert Geduld und Planung. Entscheidend ist, Fütterung und Bewegung optimal aufeinander abzustimmen. Muss das Pferd Gewicht verlieren, braucht es viel Bewegung in Kombination mit weniger energiereicher Fütterung. Kraftfutter kann in vielen Fällen reduziert oder ganz weggelassen werden, da es häufig viele schnell verfügbare Kohlenhydrate (Zucker) enthält, die der Körper in Fett umwandelt. Das Ziel ist, dass das Pferd weniger Energie aufnimmt, als es verbraucht, so werden Fettreserven abgebaut.
Wichtig: Pferde sollten immer behutsam abnehmen. Ein zu schneller Gewichtsverlust kann ernsthafte Risiken bergen. Eine plötzliche Futterreduktion kann zum Beispiel eine Stoffwechselstörung wie Hyperlipämie (Fett im Blut) auslösen.
Raufutter bei übergewichtigen Pferden
Es mag verlockend sein, das Raufutter zu reduzieren – tun Sie das nicht! In freier Natur frisst ein Pferd den ganzen Tag über kleine Mengen faserreiches Futter. Über die Fermentation in Blind- und Dickdarm gewinnt es daraus Energie. Eine strukturlose Fütterung schadet der Verdauung.
Wenn Sie kaum oder gar kein Kraftfutter geben, ist das Raufutter vermutlich der „Dickmacher“. Dann lohnt es sich, das Heu oder die Heulage genauer zu prüfen.
Weidegang – Fütterung bei übergewichtigen Pferden
Viele Weiden in Deutschland sind für Pferde nicht optimal, insbesondere nicht für Pferde, die abnehmen sollen. Gras enthält oft viel Energie und wenig Struktur – beides ist für ein übergewichtiges Pferd ungünstig. In solchen Fällen kann es sinnvoll sein, den Weidegang zu begrenzen und das Pferd stattdessen in einen Paddock mit Heu niedriger Energiedichte und hohem Strukturgehalt zu stellen.
Raufutter richtig füttern: Menge, Heuqualität und Stroh als Ergänzung
Ein Pferd braucht, ob zu dick oder zu dünn, täglich 1,5–2 % des Körpergewichts an Raufutter. Der Zuckergehalt von Heu liegt in Deutschland meist bei etwa 10 %, kann aber zwischen 8 und 15 % schwanken. Hier lässt sich oft viel erreichen: Füttern Sie lieber trockenes Heu statt Silage und lassen Sie es analysieren, um Zucker-, Energie- und Eiweißgehalt zu kennen.
Nicht jeder hat Zugriff auf das optimale Heu – in solchen Fällen kann Stroh eine gute Ergänzung sein. Stroh hat wenig Zucker, aber viel Struktur. Es sollte stets mit Heu gemischt und langsam angefüttert werden, damit sich das Verdauungssystem daran gewöhnt. Niemals auf nüchternen Magen geben und immer mehr Heu als Stroh füttern.
Kraftfutter bei übergewichtigen Pferden
Wer Kraftfutter füttert, sollte immer die Arbeitsleistung des Pferdes im Blick behalten. Pferde, die wenig oder gar nicht arbeiten, kommen oft ohne Kraftfutter aus. In diesem Fall ist ein Vitamin- und Mineralstoffergänzer (Balancer) sinnvoll. Auch die Hartog Lucerne Mix oder die Hartog Lucerne Plus sind eine gute Alternative: Sie liefert Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Aminosäuren – wichtige Bausteine für den Körper – und unterstützt dank ihres Raufuttercharakters eine gesunde Verdauung.
Achtung: Wird das Kraftfutter reduziert oder gestrichen, muss trotzdem sichergestellt sein, dass das Pferd alle wichtigen Nährstoffe bekommt. Das durchschnittliche deutsche Heu enthält oft zu wenig Vitamine und Mineralstoffe für eine vollwertige Versorgung.
Mehr Informationen?
Das Hartog-Team schaut sich gern gemeinsam mit Ihnen den aktuellen Futterplan an und berät zu möglichen Anpassungen. Haben Sie Fragen zum Futter oder zur Haltung Ihres Pferdes? Kontaktieren Sie uns gerne.


